Seelenkind, fühlst du den Wind
der rauschend durch die Wipfel weht
und meldet, dass die Zeit vergeht?

Bald lässt er die Drachen steigen
der Sommer will sich schon verneigen
erste Nebel wallen.

Hast du die Blätter fallen sehn
gelbbraun, grünlich zum Vergehen
liegen sie in eigner Ruh.

Seelenkind, was weißt denn du
träumst ja noch dem Glücke zu
ich will dich auch nicht stören.

Nur einmal noch will ich dich halten
als zartes Kind mit Urgewalten
die in dir entstehen.

Seelenkind, es ist schon so
mein Herz brennt für dich lichterloh
und deines auch für mich.

Ich werd dich immer ziehen lassen
deine lieben Hände fassen
zu einem letzten Gruße.

Geh deinen Weg, genau nur diesen
er ist bestimmt durch Gottes Hand
vertraue deinem Wunderland.

Und seh ich dich in deinem Glück
so fließt es auch zu mir zurück
die Liebe ist unendlich.

Lass viele Tage Sonne sein
und kommt der Mond auch zu dir rein
dann grüße sie von mir.

Ich bin ja alt, hab schon viel Falt
doch zu dir schau ich gern
du bist mein kleiner Stern.

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